NSG Holzplatz: Planierraupe – hilft sofort . . .

Inzwischen sind auch auf dem Südteil des NSG Holzplatz in Kamen die Pflegearbeiten – Entfernung der Birken und Bodenverwundungen – abgeschlossen. Und das war offensichtlich auch kurz vor knapp: Auf und an der Pflegefläche am 21.03.2012 zahlreiche “fliegende” Feld-Sandlaufkäfer. Bisher war dort erst einmal ein Käfer aus der Sandlaufkäfer-Verwandschaft festgestellt worden und konnte im letzten Jahr trotz intensiverer Nachsuche nicht bestätigt werden. Jetzt haben uns die Laufkäfer deutlich gemacht, wo zu suchen ist: Eine vor Jahren dort eingebrachte Tonschürze zur erfolglosen Abdichtung eines flachen Gewässers dient im ausgetrockneten Zustand als Rückzugsraum der Käfer.

Feld-Sandlaufkäfer auf dem Holzplatz in Kamen am 21.03.12

Feld-Sandlaufkäfer auf dem Holzplatz in Kamen am 21.03.12

Die mangels Dynamik in diesem Lebensraum notwendigen und vom Landschaftsplan vorgeschriebenen Pflegearbeiten, haben den Artenschutz zahlreicher Pionierarten zum Ziel: Beispielsweise sind hier auch die Blauflügelige Sandschrecke, das Kleine Filzkraut und Kreuzkröten zu Hause. Der Widerspruch zwischen Pflegeeingriff und Arterhaltung ist so für den konservativ betriebenen Naturschutz dann auch aufzulösen – schon im Sommer werden diese jetzt mit einer Planierraupe bearbeiteten Arten vom Kahlschlag profitieren.

NSG Kiebitzwiese: Zukunftszeichen

Einweihung und Übergabe folgt: Das Zukunftszeichen der Stadtwerke Fröndenberg im NSG Kiebitzwiese, Foto: Gregor Zosel

Einweihung und Übergabe folgt: Das Zukunftszeichen der Stadtwerke Fröndenberg im NSG Kiebitzwiese, Foto: Gregor Zosel

Was ist es anderes als ein Zeichen der Hoffnung? Die dank einer großzügigen Spende der Stadtwerke Fröndenberg im Februar 2012 aufgestellte Nisthilfe in der Kiebitzwiese in Fröndenberg-Westick verbildlicht die Erwartungen an die vor einem Jahr angestossene Wiedervernässung dieses Ruhrauenabschnittes. Wo noch Anfang 2011 eine recht monotone Grünlandeinsaat das Naturschutzgebiet am Ostrand Fröndenbergs bestimmte, ist seitdem ein vielgestaltiges Mosaik aus Wasserflächen, Uferlinien, Beweidungsinseln und Hochstaudenfluren entstanden. Entscheidend dafür war die vom Kreis Unna, dem Land NRW und der Biologischen Station vorangetriebene Reaktivierung des alten Flößgrabens und damit die Einleitung von Wasser in die Kiebitzwiese. Gleich im ersten Wiedervernässungsjahr hat die namensgebende Art – der Kiebitz – der Kiebitzwiese ihren Namen zurückgegeben. Nach Jahrzehnten ohne Bruten waren 2011 gleich zwei Kiebitzpaare erfolgreich.

Vernässungflächen in der Kiebitzwiese

Vernässungflächen in der Kiebitzwiese

Und damit auch die Langbeiner unter den Vögeln bemerken, welche neue Qualitäten sich am Fröndenberger Ruhrstau auftuen, haben Storch und Co. ein Angebot bekommen: Ob und wann es allerdings zur Einweihung und Eröffnung der Nistplattform durch Zweiflügler kommt, entscheiden nicht wir . . .
Immerhin wird aber nach Fertigstellung und Bepflanzung des Beobachtungshügels dieser und die Nisthilfe mit Sicherheit durch Zweibeiner eröffnet und eingeweiht werden – verbunden mit einem großem Dank an die Stadtwerke Fröndenberg als Spenderin!

Einweihung und Übergabe folgt: Landschaftspfleger und Besucherlenker: die Heckrinder im NSG Kiebitzwiese vor der neuen Nisthilfe, Foto: Gregor Zosel

Landschaftspfleger und Besucherlenker: die Heckrinder im NSG Kiebitzwiese vor der neuen Nisthilfe, Foto: Gregor Zosel

 

 

 

 

 

 

 

 

Mehr zum Naturschutzgebiet Kiebitzwiese finden Sie hier!

Biostation auf gutem Wege!

Die Biologische Station im Kreis Unna stellt sich mit einer aktualisierten und tagesaktuellen neuen Internetpräsenz vor. Wir freuen uns Sie mit unserem neuen Informationsangebot begrüßen zu dürfen. In einigen Bereichen werden Sie noch Baustellen finden und vielleicht das ein oder andere vermissen. Gleichwohl werden wir die Inhalte laufend ergänzen und aktualisieren. Auch das Erscheinungsbild wird sich noch ändern. Einen länger währenden Genuss beim Verweilen auf den Seiten in einem doch sonst sehr schnelllebigen und hektischen Medium

wünschen Ihnen die MitarbeiterInnen der Biologischen Station

Holzplatz gehölzfrei

Schwerer Einsatz für den Naturschutz: Bulldozer im NSG Holzplatz

Schwerer Einsatz für den Naturschutz: Bulldozer im NSG Holzplatz

 

 

 

 

 

 

 

 

Bulldozer, schwere Trecker, Motorsägen und Häcksler . . .
Mit einigem Maschineneinsatz ist in der letzten Februarwoche dem Birkenvorwald auf dem Nordteil des Naturschutzgebietes Holzplatz in Bönen zu Leibe gerückt worden. Der ehemalige Holzlagerplatz der stillgelegten Zeche Königsborn 3/4 in Bönen liegt seit 1985 brach. Der aus Bergematerial und Steinschüttungen bestehende Untergrund hatte damals schon das Augenmerk der Naturschützer auf sich gezogen: Zahlreiche konkurrenzschwache aber dafür pionierfreudige Pflanzen- und Tierarten hatten sich auf den Rohböden des Lagerplatzes angesiedelt und für einen Artenreichtum gesorgt, der im Kreis Unna einzigartig ist.

Vor . . .

Vor . . .

 

 

 

 

 

 

 

Aber nicht nur die schützenswerten lichtliebenden Arten sondern auch die Birke keimt auf dem Bergematerial gut. Ohne pflegende Eingriffe überwuchert ein Birkenvorwald die offenen Standorte und verdrängt schützenswerte Arten.

.. während . . .

. . . während . . .

 

 

 

 

 

 

 

 

Alle paar Jahre wird deshalb von der Biologischen Station in Zusammenarbeit mit dem Kreis ein Teilbereich entbirkt und mit einer Planierraupe bearbeitet. Dies ist notwendig, damit nicht aus jedem verbleibenden Birkenstubben 20 neue Birken erwachsen. So ist der Ostrand des Holzplatzes derzeit alles andere als ein Holz-Platz . . .

. . . und nach dem Pflegeeinsatz

. . . und nach dem Pflegeeinsatz

 

 

 

 

 

 

 

 

Mehr zum Naturschutzgebiet Holzplatz finden Sie hier!

Zwei Jahre danach: der Natternkopf hüllt alles in provencalisches Blau

Zwei Jahre danach: der Natternkopf hüllt alles in provencalisches Blau

Nur nicht den Kopf verlieren – Weidenschnitt im NSG Alter Ruhrgraben

Frisch geschnittene Kopfweiden in der Ruhraue in Schwerte

Frisch geschnittene Kopfweiden in der Ruhraue in Schwerte

Kopflos stehen sie nicht da, aber ohne Haare.

Etliche Kopfweiden im und am Naturschutzgebiet Alter Ruhrgraben in Schwerte wurden Ende Februar 2012 vom Pflegetrupp der Biologischen Station unter Albert Greb geschnitten. Die Maßnahme dient dem Erhalt der Weichhölzer, die ungeschnitten sonst relativ schnell auseinanderbrechen und absterben würden. Da die Schnittflächen ausfaulen, entsteht langfristig ein breiter Kopf mit zahlreichen Höhlungen, die vielen Insekten und Vögeln als Rückzugs- und Fortpflanzungsraum dienen.

Geköpft wird in den Naturschutzgebieten also weiterhin niemand . . .

 

Mehr zum Naturschutzgebiet Alter Ruhrgraben finden Sie hier!