Renaturierungsmaßnahmen an der Königslandwehr

Im sogenannten geschützten Landschaftsbestandteil Nr. 129 an der Königslandwehr südlich des Dorfes Heil laufen die Arbeiten einer Renaturierungsmaßnahme gerade auf Hochtouren. Im Rahmen zweier Kompensationsmaßnahmen soll im zentralen Bereich des Gebietes ein nährstoffarmer Lebensraumkomplex neu entstehen. Neben einem nährstoffarmen Kleingewässer sollen Bereiche mit sandigem Rohboden geschaffen werden, in denen konkurrenzschwache „Heideweiherarten“ und Pionierarten, wie die Kreuzkröte Lebensraum finden sollen. Dazu wurden auf der alten Sukzessionsfläche bereits alle Gehölze entfernt und das verschilfte Kleingewässer entschlammt. Nun wird nach und nach der organische Oberboden abgezogen und abgefahren.

das dichte Pioniergehölz wird samt Wurzelwerk entfernt
das Kleingewässer ist entschlammt – weiter geht es mit dem Oberbodenabschub

Nährstoffarme Lebensräume und Pionierstandorte sind im Kreis Unna zu einer absoluten Seltenheit geworden. Im Bereich der alten Heidelandschaft an der Königslandwehr bieten sich inmitten der seit Jahrzehnten extensiv genutzten, angrenzenden Flächen gute Voraussetzungen, um diese seltenen Arten dauerhaft zu erhalten/etablieren.

der fertiggestellte westliche Bereich
weiter geht es im Osten der Maßnahmenfläche

unser Klassiker – unser Apfelfest

Beim diesjährigen Tag des Apfels auf der Ökologiestation Bergkamen war unser Stand bei sommerlich warmen Temperaturen immer gut besucht.

Wer wollte, konnte sich über unsere Arbeitsbereiche informieren. Es gab einiges zum Anfassen und beim Hochstaudenquiz war das eigene Wissen gefragt. So ergaben sich viele gute Gespräche und interessante Diskussionen.

Natürlich war wie jedes Jahr auch für das kulinarische Wohl unserer Besucher gesorgt. Die Presse für unseren handgepressten Streuobstapfelsaft stand nicht still und auch unser Heckrindgulasch (Tiere von unseren Projektfläschen) ging kochtopfweise über die Theke.

Wir freuen uns schon auf das nächste große Hoffest am 22. April.

Zurück in der Lippeaue im Kreis Unna: die Karausche

Die Karausche (Carassius carassius) ist eine relativ unauffällige Stillgewässerfischart, die leicht mit dem Giebel und dem Goldfisch verwechselt werden kann. In der Roten Liste NRW von 2010 wird sie als “ungefährdet” geführt. Mittlerweile, so sind sich die Fischspezialisten einig, ist die Karausche bei uns als „vom Aussterben bedroht“ einzustufen. Zu dieser Einstufung haben sicherlich auch die Erkenntnisse aus der „Maßnahmenanalyse zum Fischbestand der Lippe“ des Landesfischereiverbandes und der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest beigetragen.

An sich ist diese Karpfenartige recht anspruchslos und kommt auch mit sauerstoffärmeren und auch mit leicht abtrocknenden Gewässern aus. Und dennoch, ihre Konkurrenzschwäche (z.B. gegenüber anderen Karpfenartigen) scheint ihr zum Nachteil zu gereichen.

einjährige Kaurauschen

In Rahmen eines Nachzuchtprojekt mit einem aus dem Lippesystem stammenden Tierbestand konnte die Landesfischereianstalt NRW nun erfolgreich Jungfische reproduzieren. Ein Teil dieser einjährigen Tiere wurde nun in zwei ausgesuchte Altwasser in der Lippeaue zwischen Stockum und Lünen ausgesetzt.

direkt aus den Spezialbehältern der Landesfischereianstalt in die Einsetzwanne …
und dann erst einmal langsam die Temperatur angleichen …
schon bei diesem Prozess fangen die Tiere an zu fressen – ein gutes Zeichen …
und dann geht es raus in die Freiheit – ab unter die Teichrosenblätter

Lebensraummosaik für Arten offener Wasserflächen und schlammiger Uferfluren neu geschaffen

Ganz im Osten der unneraner Lippeaue gibt es da diese Halbinsel. Unzugänglich, aber einsehbar für Jedermann (oder jede Frau). Engelwurz, Beinwell und Bocksbart wachsen dort auf einer Magerwiese. Lautstark ertönt der Paarungsruf zahlloser Wasserfrösche aus einem Altwasser. Und dann gibt es dort noch dieses sehr, sehr flache Stillgewässer, mit dieser klitzekleinen offenen und schlammigen Uferflur. Direkt an das Altwasser angrenzend. Dort, wo fast täglich Graugans, Höckerschwan und Blässhuhn vom anderen Ufer aus zu sehen sind und wo ab und an mal zu Zeiten des Vogelzuges sich seltene Watvögel niederlassen. Watvögel. Die Arten, die meist mit langen Beinen im Wasser stehen und im weichen Schlamm nach Nahrung suchen. Diejenigen, die es gerne störungsarm haben und einen guten Überblick brauchen, um Feinde schneller zu sehen (als diese sie).  

Neben dieses sehr, sehr flache Gewässer hat nun der Kreis Unna noch ein Gewässer gebaggert. Eines mit Insel. Mit Insel – für Wasservögel um sich dort auszuruhen und im besten Falle, um dort ungestört zu brüten (denken Sie an die Fressfeinde!). Und … diese beiden Gewässer haben eine richtig große offene und schlammige Uferflur bekommen. Watvögel mögen es zu Zugzeiten danken. Zu Brutzeiten lässt es  sich dort natürlich auch prima auf Nahrungssuche gehen.

aus kleiner schlammiger Uferflur mach große schlammige Uferflur (ca. 10 cm über "Normalwasserstand" des Altwassers)
aus kleiner schlammiger Uferflur mach große schlammige Uferflur (ca. 10 cm über “Normalwasserstand” des Altwassers)
mit Nivelliergerät und Feingefühl in der Baggerschaufel wird das neue Gewässer ringförmig um eine flache Insellage gezogen
mit Nivelliergerät und Feingefühl in der Baggerschaufel wird das neue Gewässer ringförmig um eine flache Insellage gezogen
nur durch eine starke Pumpe sind die Arbeiten am neuen Lebensraumkomplex auf der Halbinsel südlich des Gersteinkraftwerkes überhaupt möglich

Neu geschaffen wurde auf kleinem Raum ein Gewässer-Offenland-Komplex, der viele Strukturen miteinander vereint, die heute in unserer „Normallandschaft“ selten geworden sind (einzeln und erst recht in Kombination).

Da uns aktuell zahlreiche Badeanfragen erreichen, …

möchten wir Sie auf diesem Wege nocheinmal darauf hinweisen, dass das Baden in Gewässern die innerhalb der Naturschutzgebiete des Kreises Unna, der Stadt Dortmund und der Stadt Hamm liegen, nicht erlaubt ist. Dies gilt für alle stehenden und fließenden Gewässer. Bitte denken Sie auch an das Wegegebot.

der Beversee in Bergkamen ist kein Badesee – aber von der neuen Aussichtsplattform am Südufer lassen sich prima Haubentaucher, Reiherente und Kormoran beobachten

Wir wünschen Ihnen, dass Sie die anstehenden heißen Tage gut überstehen werden. Bleiben Sie gesund!

Neue Gewässer für Muschel, Armleuchteralge, Libelle, Limikole, Molch und Co

Auf der Heckrindfläche bei Langern wurden durch den Kreis Unna in den vergangenen drei Wochen drei Kleingewässer entschlammt und vergrößert.

Lediglich eines der drei alten Kleingewässer führte auch noch Ende Juli 2020 Wasser. Die Überdauerungsorgane der Gelben Teichrose waren hier nur noch schwach mit Wasser überstaut. In den beiden anderen gänzlich verlandeten bzw. temporär im Winterhalbjahr wasserführenden Gewässern hatten sich mittlerweile Arten der Röhrichte und der sogenannten Flutrasen ausgebreitet. Im Laufe der vergangenen Jahre hatte sich eine bis zu einen Meter dicke Schlammschicht gebildet.

Ausgangssituation: die Gelbe Teichrose drängt sich mit dem Großen Wasserfenchel auf einen kleinen Restwasserbereich

Höchste Zeit für eine Rundumerneuerung. Ziel war die Schaffung von ganzjährig wasserführenden Vertiefungen aber auch von Flachwasserbereichen, die im Laufe der Sommermonate abtrocknen dürfen. Auch Bereiche, die nur in den Wintermonaten überstaut sein werden, waren erwünscht.

Nun dürfen die Gewässer „neu anfangen“. Die vegetationslosen Ufer stellen wertvolle Pionierstandorte dar, von denen Arten, die auf offene Bodenstellen angewiesen sind, profitieren.

eine Woche später: der Bagger formt das neue Geländerelief, die tiefsten Bereiche beginnen sich mit Grundwasser zu füllen

Die Heckrinder zogen sich während der Baggerarbeiten meist in den Südosten der Beweidungsfläche zurück. Nach Feierabend wurden die Neuausgestaltungen aber neugierig beschaut. Ihr Vertritt und Verbiss wird sicherlich dazu beitragen, dass Pioniergehölze, wie Weiden oder Schwarzerlen in den ersten Jahren nach Maßnahmenumetzung keine Chance haben werden.

weitere fünf Tage später: das größte Gewässer ist fertig gestellt

Exkursion mit Jungjägern

Am 29. Februar lernten die diesjährigen Jagdscheinanwärter im Rahmen ihrer Ausbildung das Naturschutzgebiet Lippeaue von Werne bis Heil und vor allem die hier heimischen und rastenden Vogelarten kennen. Diese Exkursion mit anschließender Besprechung der Tierarten an Präparaten der Rollenden Waldschule findet seit einigen Jahren jährlich in Zusammenarbeit zwischen der Biologischen Station und der Kreisjägerschaft statt.

auf ein Neues – alles Gute für 2019!

Auch zu diesem Jahresbeginn möchten wir noch einmal herzlich Danke sagen, für die gute Zusammenarbeit, Ihr Engagement und die tatkräftige Unterstützung.

Wir wünschen Ihnen liebe Naturfreunde, dass Sie auch weiterhin gesund und aktiv bleiben und in 2019 viele schöne und eindrucksvolle Naturerlebnisse haben werden.

Kopfbaum- & Gehölzpflegearbeiten in vollem Gange

Wie in jedem Winterhalbjahr laufen derzeit die Gehölzpflegearbeiten in den Naturschutzgebieten auf Hochtouren. Dazu zählt unter anderem der Schnitt schneitelwürdiger Kopfbäume.

diese mächtige, von Efeu umrankte Kopfbaumesche ist zwar altersbedingt auseinandergebrochen aber immer noch voll vital (und wie es aussieht, auch immer noch vom Eschentriebsterben verschont)

diese mächtige, von Efeu umrankte Kopfbaumesche ist zwar altersbedingt auseinandergebrochen aber immer noch voll vital (und wie es aussieht, auch immer noch vom Eschentriebsterben verschont)

Im Naturschutzgebiet „Lippeaue von Werne bis Heil“ sind beispielsweise bereits bis Mitte Dezember an die 60 Kopfbäume unter die Motorsäge gekommen. Im Nordwesten der Rieselfelder Werne, zwischen der Heckrindfläche Langern und dem Langerner Hufeisen sowie westlich des Freibades Heil war unser Pflegtrupp bereits im Einsatz. Die anhaltende Trockenheit erleichtere in diesem Jahr die Zuwegung, so dass das angefallene Schnittgut zeitnah (über die angrenzenden Grünlandflächen) abtransportiert werden konnte. Vereinzelt wurden Totholzhaufen in den Hecken/Säumen belassen – Unterschlupf oder Nahrung für unsere heimische Fauna.

bei diesen Kopfbäumen wurde die Hecke, in der die Bäume wachsen, mit auf den Stock gesetzt

bei diesen Kopfbäumen wurde die Hecke, in der die Bäume wachsen, mit auf den Stock gesetzt

Neben dem Schnitt der Kopfbäume sind in unmittelbarer Umgebung auch einzelne Hecken gepflegt worden. Nun dürfen die Bäume und Sträucher in den nächsten fünf bis zehn Jahren erst einmal wieder wachsen.