Mit dem Mai erstrahlt auch der Aussichtshügel an der Kiebitzwiese

Der Pallisaden- und Flechtzaun des Aussichtshügels an der Kiebitzwiese in Fröndenberg erstrahlt in neuem Glanz: In den letzten Tagen konnte der Sichtschutz, der die rastenden und brütenden Vogelarten vor Störungen durch Besucher bewahren soll, vom Pflegetrupp der Biostation wieder einmal instand gesetzt werden.

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Der Birken-Weiden-Flechtzaun hat eine natürliche Haltbarkeit von nur wenigen Jahren und muss von der Biostation daher immer wieder erneuert werden – kein Vergleich mit den heute vielerorts eingesetzten, langlebigeren Zaun- und Absperreinrichtungen in privaten und gewerblichen Anlagen. Was er diesen trotzdem voraus hat? Der Zerfall erfolgt absolut biologisch und rückstandsfrei (Mikro-Holz ist jedenfalls noch kein angstbesetzer Begriff), zahlreiche Insekten helfen dabei und fühlen sich in der Zwischenzeit wie die Made im Speck. Aber auch für zahlreiche Vögel ist der Flechtzaun neben einem Nahrungsraum auch Versteck und sogar Brutgelegenheit. Darüberhinaus fällt das nachwachsende Material im Winterhalbjahr bei der Pflege anderer Naturschutzgebiete z. B. bei Entbuschungen und Freistellungen von Brachflächen und Gewässern oder der Wiederherstellung der Verkehrssicherheit kostenlos an.

Da im Frühling aufgrund der Brutzeit viele andere Arbeiten in den Naturschutzgebieten ruhen müssen, ist die immer wiederkehrende Flechtarbeit eine passende Abwechselung im Jahresarbeitsplan der Station.

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Freuen Sie sich also am neuen Glanz wie auch am Zerfall des Sichtschutzes – beides gehört hier zusammen, ermöglicht den Tieren der Kiebitzwiese eine störungsfreie Brut- und Rastzeit und Ihnen ein Naturerlebnis der besonderen Art auf Tuchfühlung mit seltenen Vogelarten und den Gehörnten.

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Pressemitteilung: Zertrampelt und verdreckt – Naturschutzgebiet In der Lake gefährdet, 14.03.2018

Hundehalter verwechseln das Naturschutzgebiet offensichtlich mit einer Spielwiese für Vierbeiner

Hundehalter verwechseln das Naturschutzgebiet offensichtlich mit einer Spielwiese für Vierbeiner

Pressemitteilung des Kreises Unna (UNB Unna – Biologische Station Kreis Unna | Dortmund)

Kreis Unna. Zertrampelte Blumen und Pflanzen, ausgetretene Pfade, Hundedreck überall. So sieht es im und am Naturschutzgebiet In der Lake in Schwerte-Ergste aus. Zerstört wird es von Menschen, die Erholung ohne Rücksicht auf die hier besonders schützenswerte Natur suchen. Landwirte und Umweltschützer schlagen deshalb Alarm.

Der gemeinsame Appell von Landwirtschaft, Naturschutzbehörde und der Biologischen Station Unna / Dortmund: Nutzen Sie nur die Wirtschaftswege, bleiben Sie weg von landwirtschaftlichen Flächen, leinen Sie die Hunde an.

„Viele Menschen möchten sich im Freien bewegen und auch ihrem Vierbeiner möglichst viel Auslauf gönnen“, hat Hermann Knüwer von der unteren Naturschutzbehörde Verständnis für den Drang ins Grüne. Er weiß aber auch, dass es ohne gegenseitiges Verständnis auf Dauer nicht geht.

„Wir Landwirte haben mit viel Mühe Blühstreifen angelegt, um Insekten eine Heimat zu geben und die Artenvielfalt zu sichern und zu fördern“, erklärt Rainer Goeken. All‘ diese Mühen verpufften, wenn die Pflanzstreifen zu Wegen umfunktioniert würden, obwohl klar erkennbar sei, dass es da nicht lang gehe.

Nicht nur das: „Die angelegten Streifen unterliegen scharfen Kontrollen und die Landwirte müssen mit erheblichen Strafen rechnen, obwohl sie für die Schäden nicht verantwortlich sind“, erläutert Jan-Dirk Braß. Der spricht auch für andere Landwirte, wenn er sagt: „Unter solchen Umständen legen wir keine Blühstreifen mehr an.“

Das Zertrampeln von unter Schutz stehenden Bereichen ist nur ein Problem im Ergster Naturschutzgebiet. Das andere sind Hundehalter und ihre Vierbeiner, denn sie laufen im wahrsten Sinn des Wortes quer Bett. „Dabei sind im Umfeld des Naturschutzgebietes In der Lake ausreichend Wirtschaftswege vorhanden“, haben Landwirte und Umweltschützer kein Verständnis für jede Regel ignorierende Hundehalter.

Das Naturschutzgebiet In der Lake wurde bereits vor 20 Jahren ausgewiesen. Seitdem ist es verboten, Flächen abseits ausgewiesener Straßen und Wege zu betreten. Dennoch: Die gesamte Südseite des Naturschutzgebietes ist inzwischen mit Trampelpfaden durchzogen. „Dass hier kein Wiesenpieper mehr brüten kann, ist offensichtlich“, klagt Falko Prünte von der Biologischen Station.

Pressetermin mit Vertretern der Landwirtschaft, des Kreises Unna und der Biostation am 14.03.2018 im NSG In der Lake

Pressetermin mit Vertretern der Landwirtschaft, des Kreises Unna und der Biostation am 14.03.2018 im NSG In der Lake

Prünte hofft mit seinen Mitstreitern vom Kreis und aus der Landwirtschaft auf die Einsicht der im Ergster Ruhrtal erholungsuchenden Menschen. „Ein bisschen Rücksicht ist ein Gewinn für die Natur und damit für uns alle“, unterstreicht Knüwer. PK | PKU