Vorsicht Amphibienwanderung!

Warnschild Amphibien Brechtener Straße 2024

Die Amphibienwanderung 2024 ist schon in vollem Gange. In diesem Jahr wurden insgesamt 31 Warnschilderschilder von der Stadt Dortmund aufgestellt. Erdkrötenpaar Kirchhörder Straße 2024

An der Lanstroper Straße wurden bereits am Wochenende vom 9. bis 11.2. 140 Amphibien abgesammelt.  Mittlerweile stehe wir hier bei 543 Tieren. Im Vergleich zum langjährigen Mittel (2009-2023: 1337 Amphibien) entspricht dies gut 45 Prozent. Dieser Wert ist jedoch nur bedingt aussagekräftig, da die Zahlen erheblichen jährlichen Schwankungen unterliegen. So liegt das Minimum an abgesammelten Amphibien an der Lanstroper Straße bei 795 (2020) und das Maximum bei 1688 (2021).

Zudem varrieren die Zahlen innerhalb des Stadtgebietes. So startet die Amphibienwanderung im Dortmunder Norden (Teil des Tieflandes) in der Regel früher als im Dortmunder Süden (Teil des Berglandes).

Laich Grasfrosch Bittermark Ersatzgewässer 2024

Am 20.02. haben wir die ersten Laichballen vom Grasfrosch für das Jahr 2024 in einem Gewässer in der Bittermark gesichtet.

Biotoppflegeeinsatz am NSG Kirchderner Wald

Das Vorkommen der Ringelnatter im Bereich Kirchderner Wald ist seit vielen Jahren bekannt. Hier setzte sich der pensionierte Grubensteiger Georg Olbrich bis zu seinem Tod im Jahr 2015 für „Wassernatter“ und Co ein. Er legte Bruthaufen und Kleingewässer an und hielt Teilflächen frei von Gehölzaufwuchs.

Diese Arbeit wurde nun wieder aufgenommen. In den letzten zwei Wochen wurden an Böschungsabschnitten eines großen Regenrückhaltebeckens Junggehölze und Brombeerfluren von der Stadtteilwerkstatt Dortmund entfernt. Am vergangenen Samstag trafen wir uns dann mit einer Gruppe engagierter Naturfreunde vor Ort, legten zwei große Bruthaufen aus Schilf an und entfernten Gehölzaufwuchs, Schilf und Faulschlamm aus zwei Kleingewässern.

Inspiriert wurden wir dabei auch von unseren Kollegen von der RAVON aus den Niederlanden, die landesweit Bruthaufen zur Förderung der Ringelnatter anlegen.
Unsere großes Dankeschön gilt allen tatkräftigen Helfer:innen!

Weiterführende Infos zur Tätigkeit von Herrn Olbrich finden sich im AGARD-Magazin von 2015.
http://s860321745.online.de/wp-content/uploads/2022/01/AGARD-Magazin-2015.pdf

Salamanderpest jetzt auch im Kreis Unna – Feuersalamander in Gefahr 

Tödlicher Pilz verbreitet sich unter den Feuersalamandern im Ruhrgebiet 

Toter Feuersalamander

Totfund eines von Bsal befallenen Feuersalamanders, Kellerkopf Holzwickede, 16.08.2023

Hintergrund 

Der als „Salamanderfresser“ oder auch als „Salamanderpest“ bekannte Pilz Bsal (Batrachochytrium salamandrivorans) ruft die für Feuersalamander tödlich verlaufende Krankheit Chytridiomikose hervor. In den letzten Jahren wird eine zunehmende Verbreitung in NRW beobachtet, wobei ein „Hotspot“ im Ruhrgebiet liegt. Vielerorts werden Bestandseinbrüche beobachtet, sodass die Krankheit nach derzeitigem Wissensstand eine ernsthafte Bedrohung für das Überleben der Art darstellt. 

Situation im Betreuungsgebiet der Biostation Kreis Unna | Dortmund 

Die „Salamanderpest“ hat sich in den letzten Jahren sukzessive in östlicher Richtung im Ruhrgebiet ausgebreitet. Auch Vorkommen im Dortmunder Stadtgebiet sind bereits seit einigen Jahren bekannt. Ganz aktuell wurde nun über Laboranalysen auch der erste Bsal-Ausbruch im Kreis Unna bestätigt (Kellerkopf-Denkmal, Holzwickede), nachdem ein aufmerksamer Bürger tote Feuersalamander gemeldet hatte. Eine weitere Ausbreitung in östlicher Richtung, wo der Pilz bisher noch nicht nachgewiesen wurde, ist sehr wahrscheinlich. 

Die Karte des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW zeigt die Verbreitung von Bsal in NRW (Universität Braunschweig, Stand: 08/2020):

Die nachfolgende Karte zeigt die Verbreitung von Bsal in unserem Betreuungsgebiet (Stand 28.08.2023), die wir insbesondere Dank zahlreicher Hinweise aus der Bevölkerung sowie auch Laboranalysen im Auftrag der AGARD erstellen konnten:

Was kann ich tun? Hygienemaßnahmen! 

Die Sporen des Pilzes befinden sich sowohl auf befallenen Tieren als auch in deren Lebensraum. Sie werden demnach durch direkten Kontakt mit befallenen Tieren aber auch durch Kontakt mit ihrem Lebensraum z.B. durch Anhaften an Schuhsohlen, Hundepfoten, Fahrradreifen, Autoreifen, etc. verschleppt. 

Um die Ausbreitung zu verhindern, sind folgende Hygienemaßnahmen sinnvoll, die von jedem umgesetzt werden können und sollten:

  • Es ist wichtig insbesondere Feuersalamander und Molche nicht anzufassen. 
  • Nutzen sie ausschließlich Wege und betreten sie weder die Land- (insbesondere Laubwälder) noch die Wasserlebensräume (insbesondere Bäche und Tümpel) der Tiere 
  • Bitte leinen Sie ihren Hund in Amphibienlebensräumen an 
  • Reinigen sie Schuhsohlen, Reifenprofile, etc. an Ort und Stelle gründlich von anhaftender Erde (z.B. mit einer Wurzelbürste) und desinfizieren sie diese anschließend (z.B. mit einem 70-prozentigen Alkoholgemisch aus Wasser (30 %) und Brennspiritus (70 %). 
  • Suchen sie nach Möglichkeit nicht an einem Tag hintereinander mehrere Bachtäler oder voneinander unabhängige Kleingewässerlebensräume auf, um den Pilz nicht in bisher unbelastete Systeme zu verschleppen 

Ich habe einen Feuersalamander gefunden. Was tun? 

Sollten sie tote (oder lebendige) Feuersalamander auffinden, fassen sie diese unter keinen Umständen an! Bitte melden Sie den Fund unter Angabe von Funddatum, Fundort und Foto per E-Mail an die Ruhr-Universität Bochum meldung-feuersalamander@rub.de oder die Biologische Station Kreis Unna | Dortmund info@bsundo.de 

Weiterführende Informationen 

Die Biologische Station führt in den kommenden Jahren im Auftrag des LANUV regelmäßige Beprobungen von Feuersalamandern und anderen Schwanzlurchen durch, um die Ausbreitung zu monitieren.

Weiterführende Informationen finden sie auf der Homepage des LANUV (Landesamt für Natur Umwelt und Verbraucherschutz) unter https://www.lanuv.nrw.de/natur/artenschutz/amphibienkrankheiten 

Eulen in Dortmund Mengede

Im Rahmen der diesjährigen Brutvogelkartierung wurden neben zahlreichen anderen Arten auch brütende Waldkäuze und Schleiereulen im Bereich Groppenbruch in Dortmund Mengede erfasst.

Die Altvögel sind von der Nistkastenkontrolle wenig begeistert, nehmen reiß aus und beobachten das Tun argwöhnisch aus einer Stieleiche.
Die Jungvögel bleiben auf dem Dachboden.
Waldkauz im Tageseinstand.

Aktuelles aus dem Amphibienschutz

Nachdem zahlreiche Grasfrösche breits Mitte Februar an einem Gewässer in der Dortmunder Bittermark beobachtet werden konnten, lies der erste Laichballen aufgrund der längeren Frostperiode noch bis heute auf sich warten.

Anwandernde Grasfrösche an einem Gewässer in der Dortmunder Bittermark (Die Anwanderung wird mittels Amphibienzaun und Fangeimern dokumentiert).
Der erste von der Biostation dokumentierte Grasfrosch-Laichballen für das Jahr 2023 (in Dortmund).
Unter einer Eisdecke gefangene Erdkröte. Dank der Fähigkeit, bei niedrigen Temperaturen den Sauerstoffbedarf ausschließlich über die Haut zu decken, überdauern Amphibien kürzere Frostperioden in der Regel unbeschadet im Gewässer.