Holzplatz


NSG Holzplatz bei Bönen

NSG Holzplatz bei Bönen

Nach der endgültigen Stillegung der Zeche Königsborn III/IV entwickelte sich der ehemalige Holzplatz der Grube zu einem hochgradig schützenswerten Refugium. Die während des Betriebes bis 1981 aufgebrachten unterschiedlichen Berge- und Schottermaterialien haben verschiedenste Lebensräume entstehen lassen: Trockene, feuchte, saure oder basische Substrate wechseln sich oftmals kleinflächig ab und bieten einer Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten – deren natürliche Lebensräume in unserem Raum schon seit langem zerstört sind – eine zweite Heimat. Weit über 500 verschiedene Pflanzensippen sind auf dem ehemaligen Zechengelände nachgewiesen, das damit wohl der artenreichste räumlich abgeschlossene Pflanzenlebensraum im ganzen Kreisgebiet sein dürfte.

Die Vogelwelt des Gebietes ist durch Arten offener bis halboffener Lebensräume gekennzeichnet: Flussregenpfeifer, Kiebitz und Feldlerche sind sporadische Brutvögel, Turteltaube, Grünspecht, Nachtigall und Dorngrasmücke brüten regelmäßig. Zwergschnepfen und Bekassinen finden im Winterhalbjahr Schutz und Deckung. Neben Erdkröte, Grasfrosch, Teich- und Bergmolch sind auf dem Platz eine große Laubfroschpopulation und Kreuzkröten nachgewiesen worden.

Besonders artenreich stellt sich die Heuschreckenfauna des Gebietes dar: Mit mindestens 13 Arten, darunter die in Nordrhein-Westfalen nur hier vorkommende Gestreifte Zartschrecke, die Gemeine Sichelschrecke und die Gefleckte Keulenschrecke, finden sich mehr als 60 % aller im Kreis Unna bisher beobachteten Arten. Lesen Sie dazu mehr unter: Heuschreckenfauna des NSG Holzplatz.

holzplatz_1

NSG Holzplatz bei Bönen

Die Naturschutzausweisung des Gebietes im Rahmen des Landschaftsplanes Kamen/Bönen erfolgte 1995, im Jahr1998 kam als Erweiterungsfläche die ehemalige Kokskohlenhalde im Südwesten des Gebietes hinzu.