Flächen zur natürlichen Waldentwicklung im Dortmunder Stadtwald: Monitoring durch die Biologische Station

Thomas Frebel

Im Mai 2013 beschloss der Dortmunder Stadtrat Waldflächen im Stadtwald zukünftig für eine natürliche Waldentwicklung ohne forstliche Bewirtschaftung vorzusehen. Die mit der Ausweisung dieser Flächen zur natürlichen Waldentwicklung (FNW-Flächen) beabsichtigten Ziele, sind das Sichern bereits bestehender ökologisch wertvoller Flächen, das Entwickeln und Erhalten waldtypischer Strukturelemente, das Sichern besonders sensibler Bereiche, das Entwickeln wertvoller Bereiche zum Stützen bedrohter Arten und das Vernetzen von Waldlebensräumen.

Angestrebt wird eine dauerhafte Erhaltung der aus der forstlichen Nutzung genommenen Flächen. Vorerst wurden die Flächen für eine natürliche Waldentwicklung für die Dauer einer Forsteinrichtungsperiode (10 Jahre) ausgewiesen.

Übersicht der FNW-Flächen im Stadtgebiet von Dortmund

Übersicht der FNW-Flächen im Stadtgebiet von Dortmund

Die zwischen Stadtverwaltung und Landschaftsbeirat unter Beteiligung der Biologischen Station im Januar 2014 abgestimmte Gebietskulisse umfasst 18 Flächen von insgesamt 131,5 ha Flächengröße. Die kleinste dieser Flächen ist 0,7 ha groß, die größte Fläche umfasst 14,7 ha. 14 FNW-Flächen liegen innerhalb von Naturschutzgebieten, zwei Flächen sind als isolierte Waldflächen anzusprechen, alle anderen Flächen liegen innerhalb oder am Rande großer Waldgebiete.

 Nr.  Name  Größe
 1  SIESACK-West  8,6 ha
 2  SIESACK-Ost  4,2 ha
 3  Westerfilde  6,4 ha
 4  MASTBRUCH  12,2 ha
 5  SÜGGEL  6,1 ha
 6  LANSTROP  13,0 ha
 7  KURLERBUSCH-Ost  14,7 ha
 8  KURLERBUSCH-West  8,4 ha
 9  KÖRNE  13,2 ha
 10  BUSCHEI  6,5 ha
 11  WICKEDEROSTHOLZ  0,7 ha
 12  OELBACHTAL  1,5 ha
 13  DELLWIGERBACH-West  1,9 ha
 14  DELLWIGERBACH-Ost  5,9 ha
 15  APLERBECKERWALD  7,8 ha
 16  Hacheneyermark  4,5 ha
 17  Niederhoferholz  1,9 ha
 18  Wittbräucke  14,0 ha

Tabelle: Übersicht der FNW-Flächen im Dortmunder Stadtwald.

Der Beschluss des Stadtrates sieht vor, die Entwicklung der Waldflächen langfristig und kontinuierlich zu beobachten. Die wissenschaftliche Begleitung des Projektes FNW soll durch die Biologische Station Kreis Unna | Dortmund erfolgen. Das Monitoring soll in 2015 in eine erste Testphase gehen. Nachfolgend sollen in einer ersten Bestandsaufnahme ökologische Daten ermittelt werden, deren Entwicklung im Rahmen eines sich daran anschließenden langfristigen Monitorings der Waldflächen dokumentiert werden sollen.

Die Ergebnisse des Monitorings können ggf. Aufschluss darüber geben, ob die Ausweisungsziele des FNW-Konzeptes allein durch forstliche Nutzungsaufgabe und Besucherlenkung erreicht werden können. Sie können ggf. Grundlage sein für weitere Flächenausweisungen, für Korrekturen der Flächengröße oder des Flächenzuschnitts oder für eine Aufgabe von Flächen bei erwarteten Gefahren für den Naturhaushalt.

Zurzeit ist nicht abzusehen, wie sich die aus der forstlichen Nutzung genommenen FNW-Flächen in den nächsten Jahrzehnten entwickeln werden. Mit sich kurzfristig einstellenden Veränderungen ist kaum zu rechnen; eher mit einer langfristigen Entwicklung der Waldflächen die über Jahrzehnte hinausgeht.