“Feuchtwiese im Wannebachtal”: Naturschutzfachliche Begleitung der Maßnahmenumsetzung

Thomas Frebel

Feuchtwiese im Wannebachtal: Lage innerhalb des Stadtgebietes von Dortmund.

Feuchtwiese im Wannebachtal: Lage innerhalb des Stadtgebietes von Dortmund.

Die “Feuchtwiese im Wannebachtal” liegt im Süden der Stadt Dortmund, südwestlich des Siedlungsgebietes von Holzen, unmittelbar nördlich der das Wannebachtal überspannenden Talbrücke der Bundesautobahn A 45.

Das Gebiet zählt zum Geschützten Landschaftsbestandteil “Orchideenwiese im unteren Wannebachtal” (LB Nr. 135) und liegt innerhalb des schutzwürdigen Biotops “Wannebachtal südlich von Holzen” (BK 4511-0136). Das Wannebachtal ist ein reich strukturiertes Bachtal mit ausgedehnten Grünlandbereichen, mäandrierenden Bächen und bachbegleitenden Erlen-Eschenwäldern inmitten eines großen zusammenhängenden Waldes mit Tümpeln und Quellfluren. Naturräumlich zählt das Gebiet zur Westfälischen Bucht, orographisch zum Tiefland.

Feuchtwiese im Wannebachtal: Lage innerhalb des Geschützten Landschaftsbestandteils.

Feuchtwiese im Wannebachtal: Lage innerhalb des Geschützten Landschaftsbestandteils.

Zur Entwicklung der Feuchtwiese im Wannebachtal erfolgten in der Vergangenheit Pflegemaßnahmen durch den BUND Dortmund und das Umweltamt der Stadt Dortmund. Ein im Auftrag der Stadt Dortmund erstelltes Pflegekonzept der Biologischen Station benennt für die Feuchtwiese Ziele und Maßnahmen. Die Maßnahmenumsetzung erfolgt durch das Umweltamt der Stadt Dortmund. Die Biologische Station Kreis Unna | Dortmund soll die Umsetzung der Pflegemaßnahmen zukünftig naturschutzfachlich begleiten.

Die vorrangig anzustrebenden naturschutzfachlichen Ziele für das Gebiet sind der Erhalt und der Schutz der naturnahen Quellbereiche und ihrer Vegetation, der Erhalt der bestehenden Feuchtwiesenvegetation mit den darin vorkommenden schutzwürdigen Rote Liste-Arten und die Entwicklung und Vergrößerung der Feuchtwiese.

Mit der Entnahme von Gehölzen im Süden und Osten der Fläche ist die wichtigste Grundlage für eine zukünftige Vergrößerung der derzeitigen Feuchtwiese geschaffen worden. Die in 2013 erstmals durchgeführte Mahd der Grünlandflächen zeigt wie erwartet noch keinen in der Vegetationszusammensetzung ablesbaren Erfolg.

Feuchtwiese im Wannebachtal: Blick auf den nördlichen Teil der Feuchtwiese im Juni 2014.

Feuchtwiese im Wannebachtal: Blick auf den nördlichen Teil der Feuchtwiese im Juni 2014.

Der Erhalt und Schutz der wertvollen Quellbereiche im Gebiet konnte bisher nicht gewährleistet werden: Ein neu entstandener Pfad, der regelmäßig und häufig benutzt wird, führt durch die schutzwürdigen Quellbereiche hindurch; ein Teil der Quellvegetation wurde so zerstört bzw. wird stark beeinträchtigt. Die zur Entwicklung der Feuchtwiese durchgeführte Gehölzentnahme, hat im Umfeld der Quellflur zu einer deutlichen Aufhellung geführt, die ggf. eine weitere Beeinträchtigung der schutzwürdigen Quellvegetation nach sich ziehen kann. In diesem Bereich neu aufkommende Gehölze sollten zum Schutz des Quellbereichs zukünftig geduldet werden um die ausreichende Beschattung der Quellvegetation wiederherzustellen.

Eine Gefährdung für die im Gebiet vorkommende Flora und Vegetation geht insbesondere von der Ausbreitung der Dominanzbildner Adlerfarn, Goldrute, Riesen-Bärenklau, Springkraut und Staudenknöterich und von einer Zunahme der Freizeit- und Erholungsnutzung aus.

Um das Erreichen der naturschutzfachlichen Ziele zu gewährleisten, sind die folgenden Maßnahmen notwendig und sollten im Pflegejahr 2014/15 prioritär umgesetzt werden:

  1. Maßnahmen zur Besucherlenkung (Schutz von Quellbereichen, Kleingewässer und Feuchtwiesenvegetation)
  2. Jährlich mindestens zweimalige Mahd
  3. Spezifische Einzelmaßnahmen zur Verringerung der Ausbreitung von Adlerfarn, Goldrute, Riesen-Bärenklau, Springkraut und Staudenknöterich
  4. Vergrößerung des Kleingewässers und Neuanlage eines Gewässers

Die ursprünglich vorgesehenen Maßnahmen zur Entschlammung und Gewässervergrößerung sollten für die Quellbereiche ausgesetzt werden, bis eine ausreichende Erholung der Quellvegetation festzustellen ist.